KiT

Eine Trennung bringt große Veränderungen für die gesamte Familie mit sich. Unsicherheit bis hin zu Instabilität kennzeichnen diese Zeit. Traurigkeit, Wut, Hilflosig- und Sprachlosigkeit und die Alltagsveränderungen des Getrennt-Seins, eines Umzugs, eines Schulwechsels, Verlust von Freunden u.s.w. beschreiben Familien als Grenzerfahrung, teilweise als schwierigste Zeit in ihrem Leben. In unserem Gruppenangebot KiT verbindet die Kinder das gleiche Ereignis- die Trennung ihrer Eltern. In zehn Gruppenterminen können die Kinder sich kindgerecht mit dem Thema Trennung beschäftigen und die Gruppe als hilfreiche Unterstützung erleben. Sie erfahren über Geschichten und einen Kinderfilm, dass es überall vorkommen kann, dass sich Eltern entscheiden, nicht mehr gemeinsam miteinander leben zu wollen und diese Entscheidung viele Kinder betrifft. 

Das Angebot ist keine Maßnahme des Jugendamts und ist daher kostenpflichtig.

Alle Gefühle, die bei Kindern daraus entstehen, dürfen angesprochen und ausgedrückt werden bspw. in einem Bild oder einer Pantomime. Die Kinder stellen ihre veränderten Familiensysteme mit Playmobilfiguren auf und beschäftigen sich damit, wo ihr Platz im veränderten/ neuen Familiensystem ist. Im Anschlusstreffen integrieren sie die Trennung in ihre Biografie anhand Lebensflusses, der mit einem Seil dargestellt wird und weiteren Materialien. Die Kinder können mit dieser Übung verstehen, dass ihr Leben aus vielem Mehr als der Trennung besteht und auch die Zukunft hoffnungsvoll ist auf schöne, positive und glückliche Momente und Lebensabschnitte. Sie beschäftigen sich mit ihren Rollen im Trennungsgeschehen und möglichen Überforderungen darin und nehmen spielerisch Rollen ein, die angemessen für sie als Kinder sind. Einen Brief an jedes Elternteil verfassen sie mit Dingen, die sie schön finden und Wünschen für die Zukunft.

Schließlich beschäftigen sich die Kinder mit ihren Stärken und verorten sie auf in ihrem Körperumriss, den sie auf ein Plakat gemalt haben. Beim letzten Termin wird bilanziert: spielerisch werden den Kindern Fragen zum Thema Trennung gestellt und sie dürfen ihr Expertenwissen zeigen bevor jedes einzelne Kind gebührend aus der Gruppe verabschiedet wird. Die Termine haben eine klare, immer gleichbleibende Struktur. Dies bringt Verlässlichkeit für die Kinder. Zu Beginn treffen sich alle an einem gedeckten Tisch. Hier können sich die Kinder mit einem Imbiss und Getränken stärken. Eine Geschichte und entsprechende thematische Fragen rundet den ersten Teil des Gruppentermins ab. Im zweiten Teil steht die thematische Arbeit im Vordergrund. Der dritte Teil besteht aus einem Abschlussspiel sowie einer Rückmelderunde. Eine erfahrene Pädagogin und ein erfahrener Pädagoge leiten die Gruppe und sorgen für eine vertrauensvolle Atmosphäre. Sie unterstützen die Kinder im Prozess der Trennungsverarbeitung.

Zitate Kinder:

  • Es soll immer Gruppe sein, die Zeit hier geht zu schnell vorbei.
  • Beim ersten Termin war ich nervös. Dann hat es mir immer besser gefallen, Deshalb will ich nicht gehen.
  • Ich dachte, das hier wäre nicht so cool und wollte erst gar nicht hierhin. Aber jetzt gefällt es mir so gut.
  • Ich finde es doof, dass die Zeit so schnell rum geht. Ich will noch ein KiT haben.
  • Ich habe gelernt, wenn man mit anderen in der Gruppe ist und die gut kennt und mit denen spricht, dass sich das gut anfühlt, dass man das auch machen kann. Mit anderen als Mama, Papa, Onkel, Oma. Und ich fühle mich von meinen Freunden auch manchmal unverstanden, weil deren Eltern nicht getrennt sind. Hier verstehen mich die anderen Kinder.

Zitate Eltern:

  • Im Nachhinein würde ich sagen, dass es toll war, dass die Kinder ihren eigenen Ort hatten und sich mit der Trennung für sich beschäftigen konnten, ohne uns Eltern.
  • Durch Ihre Darstellung der Trennungsphasen habe ich gemerkt, dass ich in manchen Punkten noch nicht so weit bin wie ich dachte. Hier muss ich noch was tun und das hilft dann auch meinem Sohn.
  • Mich hat Ihre Arbeit und Ihr Umgang mit dem Thema sehr berührt.
  • Sie haben einen guten Job gemacht.
  • Sie haben es geschafft, uns (Eltern) an einen Tisch zu bringen und ein sinnvolles Gespräch für unseren Sohn zu führen.
  • Vielen Dank für alles! Und wir sehen uns vielleicht wieder, wir haben ja noch ein Kind.

Ihre Ansprechpartner:in in diesem Bereich

Katja Schröder; Leitung Familienklassen, Dipl. Sozialpädagogin (FH), 

Systemische Beraterin (DGSF), Zertifikat Multi-Familien-Therapie (MFT) in der Jugendhilfe, i.A. Multifamilientherapeutin, Zertifikat: „Arbeit mit komplex traumatisierten Menschen“

Schwerpunkte in der Arbeit:

  • Intensive Familienarbeit (systemische Diagnostik/ Mehrgenerationenperspektive/Krisen- und Konfliktintervention, Verantwortlichkeit)
  • Bearbeitung traumatischer Erlebnisse, ressourcenorientiert, stabilisierend
  • Förderung der Selbsthilfekräfte und Entwicklung von persönlichen Kompetenzen
  • Netzwerknutzung und Förderung der Verselbständigung
  • Unsere Bürozeiten:
    Montag bis Donnerstag:
    9-14 Uhr und Freitag: 9-12 Uhr